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Reiseziel

Unser Reiseziel war diesmal wieder Mecklenburg- Vorpommern. Die Landeshauptstadt Schwerin. Die Anreise vollkommen problemlos. Ungefähr 720 km immer Richtung Norden.

Das Hotel

Das Hotel von außen in Ordnung. Geräumig mit reichlich Parkplätze vor dem Haus. Entfernung zur Stadtmitte ungefähr 4,5 km. Ein vier Sterne Hotel.

Das Zimmer

Das Zimmer an sich war in Ordnung. Die Größe entsprach unseren Vorstellungen. Groß genug um mit dem Rollstuhl zu manöverieren.

Die Naßzelle eine einzige Katastrophe.





Die Toilette von den Räumlichkeiten gut. Auf dem Bild denke ich gut zu erkennen der Haltegriff ist zu hoch angebracht. Auf der anderen Seite fehlt der Haltegriff. Obwohl ich bei der Buchung ausdrücklich darauf hingewiesen habe. Glücklicherweise hatten wir den zweiten Rollstuhl dabei, den wir in dem Zimmer genutzt hatten. Diesen hatten wir nun als Ersatz für den fehlenden Haltegriff hingestellt und so benutzt.




Das Waschbecken war nur mit Mühe zu nutzen. Man mußte es schräg anfahren damit die Abstützung zwischen die Räder des Rollstuhls kamen, damit man einigermaßen an das Becken heranfahren konnte. Soviel zum Thema unterfahrbares Waschbecken.





Folgende Vorstellung: Der Behinderte sitzt im Rollstuhl und möchte in den Spiegel schauen. Der Spiegel war riesengroß. Nur er war zu hoch und natürlich nicht kippbar. Das heißt für den Rollstuhlfahrer nicht nutzbar.

Schloß

Am ersten Tag führte uns der Weg in die Innenstadt. Der Fußweg gut ausgebaut eben und mit 4 km auch nicht zu weit. Am auffallendsten war natürlich der Blick auf das Schloß. Ein wunderschöner Park. Teil des Bundesgartenschaugeländes aus 2009. Was uns auffiel war, dass es schlechte Ausschilderungen zu den Toiletten gab. Auch gab es keine Broschüren für Gehbehinderte, Eben zum Thema Behindertentoilette oder andere Einrichtungen. Aber sonst ein schöner Tag in der Fußgängerzone und dem BUGA Park.

ÖPNV

Der öffentliche Personennahverkehr hat es uns angetan. Die Haltestellen nach neuem Muster gebaut. Mit erhöhtem Randstein, mit Blindenleitstreifen und so weiter. Die Omnibusse alle mit Rampe ausgestattet. Keine Frage, so was muß man nutzen. An die Haltestelle hinstellen, dem Busfahrer sagen dass ich einsteigen will, so es möglich ist, ist der Busfahrer gleich da und hilft mit dem Rollstuhl ein-oder auch aussteigen. Ein tolles Erlebnis in mehrfacher Hinsicht. Erstens ich muss nicht überlegen, wenn ich mit dem Bus fahre, wie komme ich wieder zurück und zweitens der Busfahrer überlegt nicht, soll ich helfen oder soll ich nicht, sondern er war da. Übrigens alle Haltestellen, mit Ausnahme derer auf der Bundesstrasse, sind am Fahrbahnrand, keine Buchten.

Man kann nur sagen beispielhaft und nachahmenswert.

Wir sind an diesem Tag nicht nur Bus gefahren sondern haben uns im Museum eine Austellung angesehen. Glasbläserkunst aus dem Mittelalter auf höchstem Niveau. Wundervolle Gläser und Schalen waren zu bewundern. Ferner gab es eine Ausstellung von Malern aus verschiedenen Epochen. Erwähnenswert ist auch das Gebäude mit den Holzdecken und Fußböden. Eine einzige Augenweide.

Übrigens Rollstuhl-kein Problem!

Zoologischer Garten

Der Zoologische Garten war sehr schön im Wald gelegen. Also nicht zu warm auch bei Sonnenschein. Sehr lehrreich, mit dem Rollstuhl gut zu befahren. Leider keine nutzbare Behindertentoilette, keine Haltegriffe. Etwas seltsam war, dass man zum fotografieren extra bezahlen musste. Aber sonst sehr gut gemacht. Extra Wege für Rollstuhlfahrer gekennzeichnet, so dass man alles sehen konnte, eben nur einen kleinen Umweg machen mußte. Aber insgesamt nicht zu beanstanden.

Drei Seen

Ursprünglich wollten wir an diesem Tag das Technikmuseum besuchen, doch leider war es zu. Wir ändern unseren Plan, also wurde eine 3 Seenfahrt daraus. Eine sehr reizvolle Fahrt über 2,5 Stunden. Mit einem Schiff das man sehr gut erreichen konnte. Hilfsbereites Personal. Durch die Dauer kann man erkennen wie groß diese Seen sind. Vom Schiff aus die Stadt, den Dom oder einfach nur Natur bewundern . Ein sehr schöner Tag.

Zippendorfer Strand

Der Zippendorfer Strand. Hört sich gut an ist aber auch gut. Ein künstlich angelegter Sandstrand mit einer herrlichen Promenade. Wenn jemand Ruhe und Erholung sucht, so wird er sie hier finden. Die Promenade mit dem Rollstuhl sehr gut zu befahren. Zur Stadtmitte sind es nur 4 km. Ein guter Radweg.

Porzellanausstellung

Eigentlich wollten wir an diesem Tag das Archäologische Museum besuchen. Doch leider, das gibt es nicht mehr. Obwohl noch Verkehrszeichen angebracht sind. Planänderung. Wir gehen heute ins Schloss. Dort befindt sich eine Porzellanausstellung. Zunächst muß man feststellen, mit Rollstuhl kein Problem. Ein Aufzug ist vorhanden. Mitarbeiter des Schlosses wurden verständigt, da kommt ein Rollstuhlfahrer hoch, kümmert euch um den. Einfach nur toll. Die Ausstellung eine Augenweide. Genauso wie auch die Einrichtung mit Decken und Fußböden. Sehr zu empfehlen.

Letztmalig haben wir heute den Bus genutzt. Das Auto haben wir nicht benötigt. Für uns eine sehr schöne Erfahrung.

Zusammenfassung

  • Die Stadt ist eine Reise wert, selbst wenn man sieht dass Museen ausgeschildert sind, die es nicht mehr gibt.
  • Eine ausgesprochen schöne Stadt mit ungeheuer viel Sehenwürdigkeiten.
  • Schade dass es keine oder schlechte Hinweise für Toiletten gibt.
  • Hilfreich wäre auch eine Broschüre für Rollstuhlfahrer. Wo kann ich hin, wo gibt es Probleme.
  • Durch den sehr guten ÖPNV kein Fahrzeug erforderlich mit Parkplatzsuche usw.
  • Das Hotel für Rollstuhlfahrer nicht zu empfehlen.
  • Die Zimmer sind ausreichend groß.
  • Die Naßzelle ist für einen Rollstuhlfahrer nicht nutzbar.
  • Die Stadt würde ich jederzeit wieder besuchen, das Hotel nicht.
  • Die Stadt Schwerin hat sich übrigens telefonisch gemeldet und möchte sich der Beanstandungen annehmen. Auch ein schöner Zug.


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